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KI & Cognitive Revolution 2.0

Aktualisiert: 21. Juni 2023

Yuval Harari hat in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ den Begriff der kognitiven Revolution geprägt. Gemeint ist damit der Fortschrittssprung am Anfang der Menschheitsgeschichte vor siebzigtausend Jahren, der mit einer deutlichen Erweiterung der kognitiven Fähigkeiten einherging. Indem die Menschheit die kognitiven Fähigkeiten erwarb, die sie heute ausmacht, bahnte sie sich eine beispiellose Entwicklung der Zivilisation mit all ihren Licht- und Schattenseiten. Wenn man heute von der kognitiven Revolution 2.0 spreche, dann ist damit gemeint, dass wir durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz an einer neuen Entwicklungsschwelle stehen, die unsere Zivilisation und die Art und Weise wie wir miteinander leben und arbeiten revolutionieren wird. Die kognitive Revolution 2.0 meint nicht nur neue Automatisierung von Arbeitsleistungen, die zum Beispiel Anwendungen wie ChatGPT/GPT4 mit sich bringen, sondern viel mehr das gesamte, noch nicht abzusehende Ausmaß einer neuen Arbeitswelt, die durch den Einzug von künstlich denkenden Systemen geprägt sein wird. Eine der spannenden Fragen hierbei ist, was dies für Arbeitskultur, Arbeitsorganisation und Führung sowie dem bisherigen Verständnis von Organisationsentwicklung bedeuten wird. Bislang hat sich der der Blick der Organisationsentwicklung primär mit menschlichem Miteinander beschäftigt. Natürlich waren die Kontextbedingungen auch bisher wichtig – dennoch galten sie größtenteils als durch Menschen gemacht und steuerbar. Bedingt durch die kognitive Revolution 2.0 ändert sich das radikal: Kontextbedingungen werden zu einem gewissen (vielleicht bald auch großen?) Teil geprägt sein von künstlicher Intelligenz. Dadurch wird sich auch das Feld der Organisationsentwicklung radikal verändern: Wo bisher die Beziehung Mensch-zu-Mensch im Vordergrund stand wird zukünftig die Beziehung zwischen Mensch, künstlicher Intelligenz und Mensch neue Fragestellungen aufwerfen. Nicht nur die Arbeit wird sich radikal ändern, mit bislang noch nicht abzusehenden Folgen von autonom arbeitenden Programmen. Auch das Beziehungsgeflecht zwischen Menschen und die Art und Weise, wie Menschen miteinander arbeiten, wird stark beeinflusst werden. Was bedeutet das für zeitgemäße Entwicklung in Organisationen? Die Art und Weise, wie offen und adaptiv Innovationen und Neuerungen in der Organisation angegangen und begrüßt werden, wie adaptiv die Organisationskultur ist, wenn es darum geht auf radikale Änderungen nicht nur zu reagieren sondern diese auch zu lenken und zu treiben, all das werden entscheidende Erfolgsfaktoren der Zukunft sein. Wer heute daran arbeitet seine Organisation auf adaptivere, agilere Beine zu stellen, wer es schafft, dass Mitarbeitende eine Kultur des wahrhaftigen Lernens leben und wer Führung nicht als Linienverantwortung, sondern als Schlüsselkriterium der Personalentwicklung ansieht, bringt seine Organisation heute in die beste Ausgangsposition für zukünftige Umwälzungen.



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