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Führung wohin?

Neulich in einem Führungskräfteworkshop haben wir die Frage besprochen, was der Sinn von #Führung ist. Und viele gute Antworten kamen zusammen: Das Unternehmen nach vorne bringen, Mitarbeiter entwickeln, Verantwortung übernehmen und noch vieles mehr. Zwischendurch kamen wir dann zu der berechtigten Frage, ob man denn in Zeiten von #Selbstorganisation noch Führung benötige. Ab hier fangen die Diskussionen häufig an in eine Glaubensdiskussion auszuarten.



Dabei lässt sich diese Frage mit dem Sinn von Führung im Grunde gut beantworten. Und der Sinn ist gar nicht so philosophisch wie die Frage vermuten lässt. Letztlich ist Führung kein Selbstzweck, sondern ein Mittel zum Zweck. Und der Zweck ist immer die Erreichung der Ziele – die Ziele der Organisation, der Bereiche und der Teams. Führung wird also immer dann legitim und wirksam, wenn sie die Angeführten dazu befähigt und unterstützt Ziele zu erreichen.

Ist aber nicht auch Aufgabe der Führung Ziele zu klären könnte man fragen. „Richtig“, wäre die Antwort – aber immer innerhalb des Kontextes eines oder mehrerer existierender übergeordneter Ziele.

Wie nun diese Führung ausgestaltet wird, ist immer abhängig vom Unternehmenskontext, den Führungskräften und den Mitarbeitenden. Aber eigentlich ist das nebensächlich, vor allem ist die Frage wichtig, ob die Führung innerhalb des gegebenem Wertesystems wirksam hinsichtlich des Ziels ist. Das ist der relevante Maßstab.

Aber was ist denn mit den scheinbar weichen Themen, wie Mitarbeiterentwicklung und -bindung, Zufriedenheit mit dem Unternehmen, gesellschaftlicher Beitrag und ähnlichem? Hier gilt dasselbe – wenn das zu den Zielen des Unternehmens gehört (und bei den erfolgreichen Unternehmen ist das häufig so) sind sie ebenfalls Themen, in der Führung wirksam sein sollte.

Führung macht als Einzelwort also so gesehen keinen Sinn. „Führung wohin“ ist eigentlich die Frage, die jede Führungskraft beantworten können sollte.

Die Frage ob Führung heutzutage denn nun benötigt wird beantwortet sich durch diese Definition im Übrigen auch: Wenn Teams für die Zielerreichung Führung benötigen bzw. im Sinne der Arbeitsteilung manche Arbeitsaspekte koordiniert werden durch eine Führungskraft, dann ist sie sinnvoll. Führungsleistung muss also einen konkreten Mehrwert im Sinne der Zielerreichung stiften.

Wenn Teams ohne Führung genauso gut oder besser arbeiten, weil sie sich selbst führen – dann bedarf es ihrer auch nicht. Um also mit einer Metapher zu enden: Da wo ich wohne, brauche ich zur Zielerreichung des wöchentlichen Einkaufens keinen Reiseführer/in. An einem mir unbekannten Ort wäre ein Reiseführer als Orientierungshilfe auf jeden Fall hilfreich.

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